Gedanken über Komposition

Ich gehe davon aus, dass die technischen Grundlagen der Fotografie bereits bekannt sind. Wenn nicht, dann kann man diese Lücke durch zahlreiche Youtube-Videos schließen oder ein Buch zu diesem Thema durcharbeiten. In dieser Fotoschule geht es deshalb gleich mit der Komposition los.
Was ist denn eigentlich Komposition und was hat sie mit der Fotografie zu tun?

Früher habe Ich die Komposition eher mit Musik verbunden, da war es sehr einleuchtend was es ist. Der Komponist bestimmt wann, wie und welche Note gespielt wird. So entsteht ein Zusammenhang, eine Beziehung zwischen den einzelnen Bestandteilen des Musikstücks.

Nichts anderes bedeutet die Komposition in der Fotografie auch: Aufbau, Beziehung und Verhältniss der einzelnen Bestandteile des Fotos. Jetzt muss nur noch geklärt werden was diese Bestandteile sind. Dazu aber später.

Zuerst möchte ich zurück zu dem Komponisten. Er wählt selber seine Noten aus und schreibt sie auf ein leeres Blatt, nach und nach komponiert er das ganze Stück. Das Vorgehen eines Fotografen ist in den meisten Fällen anders. Denn oft hat er kein "leeres Blatt" vor sich, sondern die Welt, auf die er sein Sucher richtet und dann abdrückt. Dieser Sucher ist schon das erste Werkzeug des Foto-Komponisten, denn er stellt einen Rahmen dar. Er bietet die Möglichkeit einen Teil der Welt außerhalb vom Foto zu lassen.

Die meisten Anfänger benutzen den Sucher jedoch nur um das "Ziel" zu anvisieren, dann schießen sie ihr Foto, statt es zu komponieren. Für sie ist nur wichtig was auf dem Foto ist. Dabei ist das, was außerhalb bleibt, oft genauso wichtig.

(An dieser Stelle ein gedankliches Beispiel: stellt euch ein Foto von einem Basketballspieler vor, der gerade zwei mal im Sprung fotografiert wurde, im Hochformat. Auf einem Foto ist der Kopf mit auf dem Bild, auf dem Anderen ist der Kopf von der oberen Kante des Rahmens abgeschnitten. Was ist hier der Unterschied in der Wirkung? Was kann der Grund für das "Köpfen" gewesen sein?)


Ein Maler bringt nur das auf die Leinwand was er dort haben will und lässt alles Andere außerhalb. Im Prinzip kann das der Fotograf auch, nur ist es in der nichtleeren Welt schwieriger. Er muss ja etwas finden, was er auf dem Bild haben will und gleichzeitig darf nichts da sein, was nicht aufs Foto gehört. Das heißt der Fotograf muss eine fertige Komposition finden. Außer im Studio, da kann er natürlich auch bei null anfangen und nur gewünschte Elemente hinzufügen.

Aber welche Position im Rahmen sollen die einzelnen Elemente bekommen? Welchen Abstand zueinander sollen sie haben? Was kann man durch verschiedene Anordnungen erreichen?

Damit kann eine bestimmte Aussage unterstützt werden oder die Wirkung verstärkt werden. Die Art wie der Beobachter das Bild anschaut, in welcher Reihenfolge er von einem Element zum nächsten springt. Und sehr viel mehr.

Fortsetzung folgt ;)

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